Craniosacrale Therapie und Anfänger-Geist

Lilafarbener Zen Kreis

Für die craniosacrale Arbeit wie für alle anderen Therapiemethoden ist eine umfassende Ausbildung natürlich eine wichtige Voraussetzung. Der Weg führt zwangsläufig vom Anfänger zum Profi. Was auf diesem Weg passieren kann – nicht muss! – ist, dass der Behandler in eine Routine gerät und nicht mehr wirklich aus seiner Präsenz heraus arbeitet.

Im Zen-Buddhismus ist die Idee des Anfänger-Geistes ein zentraler Gedanke. Unschuld im Blick ist Anfänger-Geist, sich den Dingen immer wieder nähern als ob man es noch nie gemacht hätte. Es ist ein offener Geist, der in der Lage ist die Dinge immer wieder frisch und neu zu sehen, sich bewusst frei zu machen von Gewohnheiten, Konzepten und Vorstellungen. Wenn wir den Anfänger-Geist verlieren, schleicht sich leicht Routine ein und Routine ist keine gute Grundlage für tiefen Kontakt. Wir entdecken dann nichts Neues mehr, wir glauben zu wissen was passiert. Und das was dann passiert hat keinen weiten Raum mehr, ist Wiederholung, ohne wirkliche Präsenz. Je mehr wir in der Lage sind Abstand davon zu nehmen was unserer Vorstellung nach geschehen sollte, desto mehr können wir den Lösungen und Prozessen, die geschehen möchten Raum geben. Wenn es uns gelingt unsere Erwartungen loszulassen und stattdessen auf unseren Fähigkeiten und Kompetenzen zu vertrauen, dann kommen wir mehr und mehr im Augenblick des Prozesses an, sind wir mehr und mehr im Einklang und in Kontakt mit dem, was geschieht.

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